Jahresbericht 2025 der 2 Euro-Aktion

Wir bleiben dran!

Gute Nachrichten aus einem herausfordernden Jahr

2025 war für viele kein leichtes Jahr: steigende Kosten im Alltag, neue politische Unsicherheiten und nicht enden wollende Kriege und Krisen auf der Welt. Und in so einer Situation kann man sich schnell fragen: Verändern meine 2 Euro überhaupt etwas? Oder sollte ich lieber an mich selbst denken?

Auch 2025 machen 2 Euro einen Unterschied

Unsere Antwort ist unspektakulär: Die 2 Euro-Aktion ist kein „einmal kurz die Welt retten“. Sie ist ein Engagement mit Langzeit-Effekt. Für dich ist es ein kleiner monatlicher Beitrag. Für unsere Partnerorganisationen vor Ort ist es regelmäßige, planbare Unterstützung. Und genau das macht den Unterschied.

Weitermachen möglich machen

Drei Beispiele aus Indien, Südafrika und Brasilien zeigen, was deine 2 Euro 2025 ganz konkret möglich gemacht haben. Unterschiedliche Projekte mit der gleichen Idee: Kinder und Jugendliche in schwierigen Situationen auf ihrem Lebensweg zu begleiten.

Indien: Bildung dort, wo das Leben passiert

In Delhi und Uttarakhand arbeitet unsere Partnerorganisation Butterflies direkt im Alltag von Kindern und Jugendlichen. Die Streetworker sind mobil und treffen die Straßenkinder zum Beispiel in Parks oder auf Marktplätzen. Dort begleiten sie sie, damit sie in der Schule bleiben und mit schwierigen Situationen besser klarkommen.

Life-Skills statt Life-Hacks

Im letzten Jahr hat Butterflies 1.750 Kinder unterstützt. Zusätzlich haben 480 Kinder in 12 Schulen Life-Skills-Unterricht bekommen. Klingt theoretisch? Ist es aber nicht. Hier lernen sie, gute Entscheidungen zu treffen, Konflikte fair zu lösen, eigene Grenzen besser zu spüren und zu wissen, wann und wo man sich Hilfe holt.

Von der Straße zum Medizinstudium

Und das wirkt. 92 % der Schülerinnen und Schüler im Projekt haben ihre Prüfungen bestanden und sind in die nächste Stufe gekommen. Auch bei den Älteren gab’s starke Momente: Alle, die ihre Abschlussprüfung in der 12. Klasse geschrieben haben, haben bestanden. Einige mit richtig guten Ergebnissen. Ein Jugendlicher hat sogar die Aufnahmeprüfung fürs Medizinstudium geschafft.

Südafrika: Kunst gegen den harten Alltag

Vrygrond am Rand von Kapstadt ist kein leichter Ort. In der Siedlung gehören Gewalt, Drogen, Missbrauch und HIV für viele Kinder zum Alltag. Genau da setzt das Butterfly Art Project an: Im Art Centre in Vrygrond gibt es Kunsttherapie für Kinder und Jugendliche. Hier haben sie einen Raum für sich, in dem sie spielen und künstlerisch ausdrücken können, was sie beschäftigt.

Bunte Farben für einen ruhigen Kopf

In den Kursen geht’s nicht darum, wer „am besten“ malt. Es geht darum, einen Ort zu haben, an dem man sicher ist und zeigen kann, wie es einem wirklich geht. Viele Kinder aus Vrygrond nutzen das Angebot. Und weil man sich mit leerem Magen schwer konzentrieren kann, gibt’s vor Ort natürlich auch etwas zu essen. Und für kleine Kinder, die noch nicht in die Schule gehen, ist das Love-Bugs-Programm gedacht. Dort bekommen sie extra viel Zuwendung.

Communities für Kinder

Damit Kunsttherapie für Kinder nicht nur auf Vrygrond begrenzt bleibt, bildet das Butterfly Art Project mit dem Community Art Facilitator (CAF) Programme weitere Kursbegleiter*innen aus anderen Communities aus. Sie leiten die Kunststunden in ihren Vierteln selbst und tragen das Angebot weiter. Inzwischen sind so über 400 Kunstbegleiter*innen in 140 Communities aktiv und erreichen über 10.000 Kinder.

Brasilien: Rechte haben statt „Pech gehabt“

Der Bundesstaat Acre im Norden Brasiliens ist nicht die Postkarten-Version des Regenwalds. Hier geraten Menschen unter Druck, ihr Land zu verlieren. Und die Folgen der Klimakrise sind längst spürbar. Genau deshalb unterstützt unsere Partnerorganisation CPT Acre Menschen dabei, ihre Rechte durchzusetzen und auf ihrem Land bleiben zu können.

Gemeinsam für stabile Einkommen

CPT Acre unterstützt die Betroffenen ganz konkret bei Anträgen und Verfahren rund um ihre Landrechte und die offizielle Anerkennung ihrer Gebiete. Das ist oft zäh, bürokratisch und sogar gefährlich. Es kommt jedes Jahr zu Morddrohungen, niedergebrannten Häusern und zerstörten Feldern. Gleichzeitig geht’s ums Durchhalten im täglichen Leben: Essen auf dem Tisch und ein sicheres Auskommen. Dafür hat CPT Acre mehrere gemeinschaftliche Projekte (u. a. Reisverarbeitung, Gemeinschaftsgärten, Mühlen) ins Leben gerufen, die die Einkommen der Familien langfristig verbessern sollen.

Mehr Verantwortung für junge Frauen

Das Projekt lebt nicht von „Hilfe von außen“, sondern von Leuten vor Ort. Und hier übernehmen Frauen und Jugendliche viele Aufgaben in Organisation, Treffen und Repräsentation. CPT setzt dabei bewusst auf junge Frauen, die mehr Verantwortung übernehmen.

Was bleibt nach dem Jahr?

Wenn man auf dieses Jahr zurückschaut, bleibt für uns ein Satz hängen:
Es waren nicht die großen Gesten, die einen Unterschied gemacht haben. Es war das Dranbleiben.

In Indien heißt Dranbleiben: Kinder haben feste Anlaufstellen und Menschen, die sie über Jahre begleiten.
In Südafrika heißt Dranbleiben: ein sicherer Ort und Menschen, die das Angebot weitertragen.
In Brasilien heißt Dranbleiben: CPT Acre bleibt an der Seite der Gemeinden, auch wenn es gefährlich wird und Verfahren lange dauern.

All das passiert nicht, weil irgendwo jemand „die Welt rettet“. Sondern weil unsere Partnerorganisationen an den Problemen vor Ort dranbleiben. Und weil Menschen wie du an die 2 Euro-Aktion glauben und sich sagen „Ich gebe gerne ein bisschen, weil ich weiß, dass es anderen langfristig hilft.“

Danke, dass du Teil davon bist. In diesem Jahr geht’s genauso weiter.